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Nachteile einer Low Carb Ernährung

In diesem Artikel zeigen wir die Nachteile einer Low Carb Ernährung auf. Dazu können unter anderem Nährstoffmangel und Leistungsabfall zählen.

Inhalt

Trotz der vielen Vorteile einer Low Carb Ernährung möchten wir Ihnen ebenfalls die Nachteile und Risiken aufzeigen. Diese können je nach bisheriger Ernährungsweise mehr oder weniger stark ausfallen.


1. Nährstoffmangel

Bei einer Low Carb Ernährung werden viele kohlenhydrathaltige Lebensmittel auf ein Minimum reduziert. Da jedes Nahrungsmittel sein eigenes Nährstoffprofil aufzeigt, kann es durch diesen Verzicht zu einer Unterversorgung bestimmter Nährstoffe kommen.

Wird beispielsweise auf Vollkornprodukte verzichtet, können dem Körper wichtige Ballaststoffe fehlen, insofern diese nicht gezielt über andere Lebensmittel kompensiert werden. Der Mangel an Ballaststoffen kann im Zuge dieser Ernährung zu Verdauungsproblemen führen, insbesondere Verstopfungen werden als häufige Nebenwirkung beklagt. Mit geeigneten Lebensmitteln wie beispielsweise Leinsamen lässt sich dieses Problem jedoch beheben.

Da viele vitaminreiche Obstsorten wie Weintrauben, Ananas und Kirschen einen hohen Fruktose-Gehalt aufweisen, wird Obst häufig komplett gemieden. Dies fördert wiederum einen Mangel bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe, die bei einer ausgewogenen Ernährung eine antioxidative Wirkung entfalten. Vitamine wie beispielsweise Vitamin C und K müssen ebenfalls beobachtet oder gegebenenfalls mit entsprechenden Ergänzungsmitteln supplementiert werden. Mangelerscheinungen können sich unter anderem in einem geschwächten Immunsystem äußern.

Laut Studien führt vor allem die ketogene Diät langfristig zu einer Unterversorgung von insgesamt 25 Nährstoffen. Auch die Atkins-Diät wurde dabei untersucht und führte in der ersten Phase zu einer Unterversorgung von 16 verschiedenen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.

Low-Carb Diäten wirken generell entwässernd innerhalb der ersten Woche und spülen zusammen mit dem Wasser vermehrt Natrium aus. Der daraus folgende Mangel kann bei vielen Anwendern zu Müdigkeit und Erschöpfung führen. Aus diesem Grund sollte bei dieser Diät auf einen ausreichenden Salzkonsum geachtet werden.


2. Ketonbildung und Ketoazidose

Bei einer stark kohlenhydratreduzierten Ernährung werden zur Energiegewinnung primär Fette herangezogen. Bei diesem Prozess verbleiben Stoffwechselendprodukte in Form von Ketonen im Blut. Dieser Prozess wird auch als Ketose beschrieben.

Bei einer zu starken Anreicherung des Blutes mit Ketonen kann es allerdings zu der so genannten Ketoazidose kommen. Diese ist hauptsächlich bei Typ 1 Diabetikern zu beobachten, weil dabei Kohlenhydrate durch das fehlende Insulin grundsätzlich nicht zur Energiegewinnung herangezogen werden können.

Das Risiko einer akuten Ketoazidose ist bei moderater Low Carb Ernährung zwar gering, doch stehen die Ketone ab einer gewissen Konzentration mit Gicht in Verbindung.


3. Risiko einer Protein-Überversorgung

Der Verzicht auf Kohlenhydrate geht häufig mit einem gesteigerten Konsum von Proteinen einher. Der Überschuss an Proteinen bzw. deren Stoffwechselprodukte müssen allerdings über den Harn ausgeschieden werden. Beim Verstoffwechseln von Protein produziert der Körper das Zellgift Ammoniak, das in einen Harnstoff umgewandelt werden muss.

Bei Personen mit eingeschränkten Nierenfunktionen kann die Ansammlung von Ammoniak zu einer Reihe neurologischer Beschwerden führen und den bereits angeschlagenen Zustand der Nierenfunktion weiter verschlechtern. Die Belastung der Nieren kann darüber hinaus auch das Risiko für Nierensteine erhöhen.

Bei der Verstoffwechselung von Protein wird außerdem vermehrt Calcium über den Harn ausgeschieden. Wird dieser erhöhte Calciumbedarf nicht adäquat über die Nahrung kompensiert, wird das Calcium aus den Knochen abgebaut. Dies wiederum erhöht das Risiko einer Osteoporose-Erkrankung.

Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn der hohe Anteil von Proteinen in Form von rotem Fleisch zugeführt wird. Ein erhöhter Konsum wird mit erhöhtem Risiko für Krebserkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Herzkreislauferkrankungen in Verbindung gebracht.


4. Risiko einer Überversorgung mit schädlichen Fettsäuren

Wird während einer Low Carb Ernährung nicht auf die Qualität der aufgenommenen Fette geachtet, können durch den hohen Fettkonsum gesundheitliche Probleme durch schädliche Fettsäuren auftreten. Als besonders schädlich gelten die gehärteten Transfettsäuren, die vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln zu finden sind. Diese stehen in Verdacht Herzerkrankungen und Gefäßprobleme zu begünstigen.

Ebenfalls kritisch betrachtet werden gesättigte Fettsäuren, die in tierischen Lebensmitteln, also Fleisch und Milchprodukten zu finden sind. Werden diese im Rahmen einer Low Carb Diät übermäßig konsumiert, kann sich der Cholesterinwert des „schlechten“ LDL-Cholesterins erhöhen, was wiederum ein erhöhtes Herzerkrankungsrisiko mit sich bringen kann.


5. Leistungsabfall

Während der Umstellung von einer kohlenhydratreichen Ernährung auf eine Low Carb Diät muss der Körper seinen Stoffwechsel dementsprechend anpassen. Da er es zunächst gewohnt war, seine Energie aus Glukose zu gewinnen, sind vor allem zu Beginn der Umstellung Nebenwirkungen zu beobachten. Das Gehirn kann zur Energiegewinnung ausschließlich Glukose verwenden, weshalb es zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislauf- und Konzentrationsproblemen kommen kann. Nach der Eingewöhnungsphase verschwinden diese Probleme meist wieder.

Sportler mit einem hohen Bedarf an schnell verfügbarer Energie müssen bei der Umstellung ebenfalls vorsichtig vorgehen. Hier ist in der Anfangsphase ein Leistungsabfall möglich, wenn der Körper es bisher gewohnt war, während der Belastung mit Kohlenhydraten versorgt zu werden.

Im Rahmen der sportlichen Betätigung konsumieren viele Sportler normalerweise entsprechende Produkte in Form von Riegeln, Gelen und Sportgetränken. So geben sie ihrem Körper schnell verfügbare Energie, um beispielsweise bei einem Marathon länger durchhalten zu können. Wird dies bei der Umstellung auf Low Carb Diät nicht berücksichtigt, kann es sowohl bei Leistungs- als auch bei Freizeitsportler zu einem Leistungsabfall und Kreislaufproblemen kommen.


6. Weitere Nachteile

Unabhängig von den zuvor genannten Gründen kann es während einer Low Carb Diät im Allgemeinen zu folgenden Problemen kommen, die sehr individuell ausfallen:

  • Mundgeruch: Bei der extremen Form der Low Carb Diät, also der ketogenen Diät, geht der Körper in die Ketose über. Die dabei entstehenden Stoffwechselprodukte können einen schlechten Atem verursachen.
  • Grippeähnliche Symptome: Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit, schlechter Schlaf, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Verstopfung
  • Auswirkungen auf die mentale Leistung: Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Kopfschmerzen und Verwirrtheit
  • Bei einer entsprechenden Neigung kann die restriktive Methodik zu zwanghaften Essstörungen führen
  • Da Mahlzeiten im Restaurant schwierig zu kontrollieren sind, besteht die Gefahr der sozialen Isolierung, wenn entsprechende Situationen gemieden werden
  • Disziplin: Grundsätzlich ist eine restriktive Ernährungsweise wie die Low Carb Diät auf lange Sicht nur mit Disziplin durchzuhalten.

Low Carb Ernährung

Was ist eine Low Carb Ernährung? Wie funktioniert sie und warum wurde sie zum Trend? In diesem Artikel geben wir einen kurzen Überblick zu diesen Fragen.

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